Artus
König ArtusArtus (engl. Arthur), ist ein sagenhafter englischer König, der um 500 gegen die eindringenden Angeln und Sachsen gekämpft haben soll.
Die Geschichten um König Artus gehen teilweise auf keltische Märchen und Fabeln zurück, haben aber wahrscheinlich auch einen historischen Kern(siehe unten), während das Motiv der Tafelrunde erstmals in Waces "Roman de Brut" (= Roman des Brutus)um 1155 auftaucht.
Artus wird das erste Mal in walisischer Literatur erwähnt. Im frühesten überdauerten walisischen Gedicht, dem Gododdin, schreibt der Dichter Aneirin (etwa 575 bis 600) über eine seiner Personen, dass sie "schwarze Raben über Wälle führte, obwohl sie nicht Artus war". Aber dieses Gedicht, wie es im Moment existiert, besteht aus vielen Interpolationen und es ist nicht möglich zu entscheiden, ob diese Passage nicht ein Einschub aus einer späteren Periode ist.
Artus wird besonders seit der Historia Regum Britanniae („Geschichte der Könige Britanniens“) des Geoffrey of Monmouth (um 1135) Stoff zahlreicher Epen.
Er ist eine wichtige Person in der Mythologie Britanniens (Vergleichbar in der literarisch inspirierenden Bedeutung sind allenfalls die Geschichte um den Kreuzritter König Richard I. Löwenherz und Robin Hood.) und wird mit anderen Mythen wie den Sagen um Merlin, um den Heiligen Gral und die Wilde Jagd in Verbindung gebracht.
Die Artussage
Die Artussagen sind vermutlich folgendermaßen entstanden: Im späten 5. Jahrhundert bekamen die Bretonen (Festlandkelten) Zuwachs von den britischen Flüchtlingen vor der sächsischen Invasion. Um 1066 kamen die Bretonen mit den normannischen Eroberern nach England, wodurch die national-britische Tradition wieder belebt wurde. Die insel- und festlandkeltischen Traditionen hätten sich dann im späten 11. Jahrhundert zu Sagengestalt kondensiert, auf die Geoffrey von Monmouth zurückgreifen konnte und die er weiterentwickelte.
Der anglonormannische Dichter Wace schrieb in altfranzösischer Sprache eine Reimchronik (Roman de Brut) über die "Geschichte" Britanniens, die auf dem Werk des Geoffrey of Monmouth basiert, das er um einige fantasievolle Motive erweitert, wie zum Beispiel umm das der Tafelrunde, um Rangstreitigkeiten zu vermeiden, und um die Entrückung Arthurs nach Avalon. Zuminest Letzteres hat er nicht ganz erfunden, Reisen in eine Anderswelt waren ein fester Bestandteil der keltischen Mythologie, wenn auch der Tod nicht die Voraussetzung dafür war.
Wace berichtete Folgendes über Arthurs Leben: Arthur sei Sohn von Uther und Ygerna gewesen, mit 15 König von England und Wales. Seine Ritter habe er an einem runden Tisch versammelt, um Rangstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen. Er habe zahlreiche erfolgreiche Abwehrschlachten gegen die Sachsen und Eroberungskriege gegen Irland, Island, Norwegen und Gallien, wo er römischen Tribun Frollo besiegte und in Paris Hof hielt, geführt und Guinivere, eine Tochter aus einer edlen römischen Familie geheiratet In der "Stadt der Legionen" (Carlion) habe er einen Hoftag für ganz Europa abgehalten - Er sei nach Rom zitiert worden wegen seiner Verbrechen gegen das römische Imperium und habe auf dem Weg dorthin den Riesen vom Mont St. Michel erschlagen und die entscheidende Schlacht gegen die Römer bei Saussy gewonnen, beim Zug nach Rom habe er die Nachricht erhalten, dass sein Neffe Mordred "geputscht" habe und Herrschaft und Königin in seinen Besitz gebracht habe. Artur sei zurückgekehrt und habe zwei siegreiche Schlachten gegen Mordred geführt, bei der dritten sei Mordred gefallen und Artur tödlich verwundet und zur Genesung auf die Insel Avalon gebracht worden. Über den Tode Arturs will auch Wace nicht mehr sagen, als es der Zauberer Merlin getan hat: Er zweifle am Tode Arturs.
Später wurden die Sagen um König Artus immer mehr mit anderen Sagen (u. A. Gralssage) in Verbindung gebracht, sodass sich die Sage um König Artus immer mehr erweiterte und bald nicht mehr ein Lebensbericht eines (möglicherweise) realen Mannes, sondern eine Sammlung von Heldentaten, eine Beschreibung des idealen Königs, wie ihn sich viele wünschten, war.
Einige Versionen unterscheiden sich in ihrem Umgang mit "unanständigen" Inhalten. Während in der vornehmen Fassung Artus das Kind Uthers und seiner Frau ist, Mordred der Neffe Artus' und Lancelot Guinevere einfach nur verehrt (Minne), besucht Uthe in der ordinären Fassung die Frau eines Herzogs in dessen Gestalt, Lncelot und Guinevere begehen Ehebruch und Mordred (manchmal auch Lancelot) ist der Sohn Arthurs und seiner Schwester.
Nach vielen Ausschmückungen sah die vollständige Gestalt der Sage etwa so aus: Artus wurde als Baby von Merlin von seinen Eltern weggeholt und von seinem Freund Antor zusammen mit dessen Sohn Kay erzogen. Artus hält sich für den Sohn Antors. In Robert de Borons Merlin, später gefolgt von Thomas Malory, erhielt Artus den Thron, nachdem er ein Schwert aus einem Stein oder einem Amboss gezogen hatte. In diesem Bericht konnte diese Tat nur durch den „wahren König“ vollzogen werden, was den vorausgesagten König und wahren Erben von Uther Pendragon bedeutete. Dieses Schwert war vermutlich das berühmte Excalibur und seine Identität wurde später in der so genannten Vulgate Merlin beschrieben. In der Post-Vulgate Merlin's Continuation steht jedoch geschrieben, dass Excalibur von einer Hand, die aus einem See kam, entgegengenommen wurde und es Artus von einer jungfräulichen Zauberin kurz nach seinem Regierungsbeginn gegeben worden war. Diese, durch spätmittelalterliche Schriftsteller verfasste Geschichte von der Herrin vom See machte die Artuslegende noch konfuser. In dieser Post-Vulgata-Version konnte die Klinge durch jedes Material schneiden und seine Scheide machte den Träger unsichtbar, nach anderer Überlieferung unverwundbar. Gegen den Rat Merlins, der Unglück vorraussieht, heiratet Artus Guinevere, die manchmal die Tochter des Königs eines Nachbarreiches ist. In den Versionen der Sage, die mit dem beginnenden 12. Jahrhundert populär wurden, ruft Artus die Ritter der Tafelrunde zusammen (Iwein, Erec, Lancelot, Gawain, Galahad und andere). An seinem Hof, der am häufigsten in Camelot gehalten wird, kann auch der Zauberer Merlin und Parzival gefunden werden. Diese Ritter beschäftigten sich mit fabelhaften Suchen, wie zum Beispiel nach dem Heiligen Gral, oder der Jagd auf das "Questentier" Glatisant. Andere Geschichten aus der keltischen Welt wurden mit Artus assoziiert, wie die Sage von Tristan und Isold. Merlin beschützt ihn bei all seinen Unternehmungen, bis er von seiner Geliebten zurückgehalten wird (Siehe Merlin). Danach werden fast keine Großtaten Köng Artus' mehr berichtet. Die Romance zwischen Artus' Held Lancelot und der Königin Guinevere ist der zentrale Grund für den Fall der Welt Artus': Guinevere soll wegen eines Ehebruchs mit Lancelot(nach anderen Angaben, weil sie einem der Ritter angeblich einen vergifteten Apfel geschenkt hatte) auf dem Scheiterhaufen hingerichtet werden. Lancelot befreit sie und tötet dabei zwei Brüder Gawains, eines guten Ritters und Bruder (Nach anderen Quellen: Halbbruder), der zuvor ein guter Freund Lancelots war. Dieser schwört Rache. Obwohl sich Artus später wieder mit Guinevere versöhnt, verfolgt sein Heer auf Gawains Drängen hin den aus der Tafelrunde ausgestoßenen Lancelot. Gawain verzeiht Lancelot, da dieser ihn in einem Zweikampf besiegt und ihn dennoch nicht tötet. Trotzdem ist die Krise noch nicht zu Ende. Artus erhält Nachricht, dass Mordred mit dem Vorwand, Artus sei tot, Guinevere zur Frau genommen hat, und sich nun "König Britanniens" nennt. Artus kehrt nach Hause zurück. Schließlich tötet er Mordred in der Schlacht von Camlann, ist aber selbst tödlich verwundet. Er bittet einen der letzten Ritter, die noch am Leben sind, sein Schwert, das er von der "Dame vom See" erhalten hat, dieser zurückzugeben, was er, nachdem er mehrmals versucht hat, ihn zu belügen und das Schwert zu behalten, auch tut. Dann wird Artus von drei Priesterinnen der Andersweltinsel Avalon (manchmal mit Glastonbury in Somerset gleichgesetzt, siehe auch: Glastonbury, Glastonbury Abbey und Glastonbury Tor) abgeholt. Ob er dort stirbt oder überlebt, wird in den meisten Sagen nicht näher erklärt.
Lange Zeit glaubten jedenfalls die Briten - und nicht nur sie - an eine Wiederkehr Arthurs (vergleiche Friedrich Barbarossa). Arthur war ein Idol der Waliser, die gegen die Engländer rebellierten.
Und im 12. Jahrhundert noch fragte der Gelehrte Alanus:
"Wo ist ein Ort innerhalb der Grenzen des Christenreiches,
zu dem die beflügelten Lobpreisungen des Briten Artus
noch nicht gelangt ist?
Geht und verkündet, dass Artus tot sei. Ihr werdet kaum
unbeschädigt davonkommen, ohne von den Steinen eurer Zuhörer
zerschmettert zu werden".
[Bearbeiten]König Artus und der Heilige Gral
König Artus wird immer wieder mit dem Heiligen Gral in Verbindung gebracht. In einer Fassung der Sage soll der "Runde Tisch" immer an dem Königshof gestanden haben, dessen Ritter nach dem Gral suchten. Das sei zuerst Uther Pendragon gewesen, dann Guineveres Vater Leodagan und schließlich Artus. Der Sage nach fanden schließlich drei von Artus' Rittern, Perceval, Bors und Galahad, der Sohn Lancelots, den Gral und brachten ihn an seinen Platz in einer Kirche im Fernen Osten.
Ein paar Bilder aus dem Film "King Arthur"
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